Anleitung ein anderer zu werden Theater

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    © Isabel Machado Rios

Ein anderer werden… Eine Identität beseitigen, um eine andere zu erfinden… Eine Haut abreißen, die sich Herkunft nennt und eine andere anziehen und sie Zukunft nennen und die verhasste Prekariats-DNA aus dem alten Körper heraus meißeln um dann den neuen Körper zum feuchten Traum des intellektuellen Bürgertums zurecht zu adonisieren… Was heißt das?

Édouard, eigentlich Eddy, will nicht arm sein und hungern und auf neue Kleidung verzichten, und will nicht ein Leben lang auf vergessenen 5 km² französischer Provinz vom Haus, in die Schule, in die Fabrik ausdauerlaufen, und will nicht ein Leben lang sein Begehren nach anderen Männern verstecken müssen, Édouard will… eigentlich alles andere als ein anderer sein. Er will dazugehören. Aber er steckt fest. Er steckt fest im Schicksal einer Klasse, eines Milieus, eines Status. Er steckt fest in der Notwendigkeit, sich zu verändern, um seinem Ursprung zu entkommen. Sein Ursprung, der seine Familie ist, seine Arbeiterfamilie, sein Vater. Aber nicht sein Vater zu werden, das Gegenteil des Vaters zu werden, ihn gänzlich hinter sich zu lassen, ihn möglichst abzusägen vom Stammbaum einer schicksalhaften Biografie, das geht doch nicht. Selbst in der grabentiefen Ferne zwischen der Heimat im Proletariat und dem Exil in der Bourgeoisie, bleibt der Vater ihm nah. Eine negative Omnipräsenz, der man sich wie dem eigenen Schatten nie wirklich entziehen kann und vielleicht auch nicht wirklich will. Denn ist da nicht auch Sehnsucht und Zärtlichkeit?

Die Nachwuchsregisseurin Chiara Liotine sucht in einer poetisch-fragmentarischen Adaption des Romans Anleitung ein anderer zu werden des französischen Shootingstars Édouard Louis nach der Beziehung zum Vater und schält sich so Erinnerung um Erinnerung in die Schichten einer komplizierten Beziehung.

Dies ist ein Eintrag aus der Veranstaltungsdatenbank für die Metropolregion Hamburg.
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Thalia Gaußstraße bei Nacht
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Thalia Gaußstraße

Für manche ein Geheimtipp, für andere schon lange eine der interessantesten Adressen in Altona: Hinter Mietshäusern im ehemaligen Industriehof spielt sich…

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