Berühmt geworden ist der russische Pianist Arcadi Volodos mit hypervirtuosen eigenen Transkriptionen großer Orchesterwerke. Dass er sich aber ebenso in hochromantischen, gefühlvollen Gefilden zuhause fühlt, beweist nun sein Solo-Rezital im Großen Saal der Elbphilharmonie.
Im Fokus steht Frédéric Chopin, der den polnischen Nationaltanz Mazurka von den Dorfplätzen in die Salon-Kultur Europas einführte. Unter seinen Händen wurde der holprige Tanz zu eleganten Miniaturen für Klavier. Auch auf dunkleren Wegen setzte Chopin Maßstäbe für die Ewigkeit: Seine b-Moll-Sonate erlangte nicht zuletzt durch ihren oft in Filmen und bei Staatsbegräbnissen verwendeten Trauermarsch große Bekanntheit.
Vor der Pause erklingt Franz Schuberts Fantasie-Sonate, die nur zwei Jahre vor seinem Tod entstand. Franz Liszt und Robert Schumann waren von ihrer freien und romantischen Art begeistert, als »vollendet in Form und Geist« bezeichnete Letzterer sie. »Die Tonkunst begrub hier einen reichen Besitz, aber noch viel schönere Hoffnungen«, so steht es auf Schuberts Grabstein. Seine Sonate zeigt, was in diesem viel zu früh gestorbenen Komponisten steckte, der schon in jungen Jahren ein Meisterwerk nach dem anderen schreiben konnte.
BESETZUNG
Arcadi Volodos Klavier
PROGRAMM
Franz Schubert
Sonate G-Dur D 894 »Fantasiesonate«
- Pause -
Frédéric Chopin
Mazurka h-Moll op. 33/4
Frédéric Chopin
Mazurka e-Moll op. 41/2
Frédéric Chopin
Mazurka f-Moll op. 63/2
Frédéric Chopin
Prélude cis-Moll op. 45
Frédéric Chopin
Sonate b-Moll op. 35