DRIVE
Kristóf Kelemen, Tímea Török, Teresa Lucia Rosenkrantz
Dokumentartheater
-------------------
Seit den 1990er Jahren wächst die Präsenz deutscher Automobilkonzerne in Ungarn, während die Autoindustrie zu einem zentralen Symbol des komplexen kapitalistischen Systems geworden ist. Dieses System prägt unser aller Leben. Das Fließband steht nie still, das Tempo steigt unaufhörlich, Leistung wird kontinuierlich optimiert. Alle zwei Minuten verlässt ein Auto die Fabrik, alle zwei Monate feiert eine neue Theaterproduktion Premiere. Konsum schafft Arbeitsplätze, die den Konsum weiter ankurbeln, während sich die soziale Schere immer weiter öffnet.
Ein Schauspieler und zwei gewerkschaftlich organisierte Arbeiter:innen aus deutschen Premium-Automobilfabriken in Ungarn richten ihren Blick auf dieses Gefüge. Drei persönliche Geschichten, die nun aufeinandertreffen. Kann es in diesem Zustand permanenter Beschleunigung bereits ein Akt von Solidarität und Widerstand sein, sich Zeit zu nehmen, einander kennenzulernen – und sich in die Lage des anderen hineinzuversetzen?
-------------------
Dauer: ca. 80 Minuten
Sprache: Ungarisch | mit deutscher Übertitelung
-------------------
Begleitender Workshop am 1. Mai
Zeit : 16:00–19:00 Uhr
Sprache: Englisch (mit Übersetzung Deutsch / Ungarisch verfügbar)
Anmeldung: Bitte per E-Mail an teresa@rosenkrantz.me
Wie kann Kunst ein Ort sein, an dem Menschen aus unterschiedlichen Klassen einander begegnen? Welche Rolle spielen Herkunft, Arbeit und Klasse in der Kunst – und darüber hinaus?
Der begleitende Workshop zur Performance DRIVE bringt unterschiedliche Arbeitsrealitäten zusammen. Neben Künstler:innen und Kulturarbeiter:innen teilen auch Performer:innen ihre Perspektiven, die gleichzeitig als Arbeiter:innen in deutschen Premium-Autofabriken in Ungarn beschäftigt und gewerkschaftlich organisiert sind. Ihre Erfahrungen verweisen auf die engen Verflechtungen zwischen der deutschen Automobilindustrie und politischen sowie wirtschaftlichen Entwicklungen in Ungarn.
Gemeinsam mit der Hamburger Choreographin und Antiklassismus-Aktivistin Verena Brakonier und dem Team von DRIVE nähern wir uns diesen Themen durch biografische Übungen, kurze Inputs zu Klassismus im Kulturbereich und einen offenen Austausch über unterschiedliche Arbeits- und Lebenserfahrungen.
Neben Gespräch und Reflexion arbeiten wir auch praktisch: Mit Methoden aus Körperarbeit, Improvisation und performativen Spielweisen erkunden wir Erfahrungen von Arbeit, Zusammenarbeit und Solidarität.
Der Workshop lädt Menschen mit unterschiedlichen Hintergründen ein, ihre Perspektiven einzubringen und gemeinsam darüber nachzudenken, wie Zusammenarbeit über Klassen-, Berufs- und Ländergrenzen hinweg möglich sein kann.
-------------------
Darsteller:innen: Viktória Zsanett Lantos, Zsolt Nagy, Sándor Németh / Video: Márton K. Takács, Lambert Strehlke / Musik: Márton Kristóf / Licht- und Tontechnik: Bala Szabon / Videotechnik: Tibor Kiefer / Produktionsassistentin: Anita Totobé / Produktionsleiter: Dániel Mayer / Berater: Tibor Meszmann / Outside Eye: Judit Böröcz / Konzept und Kreation: Kristóf Kelemen, Tímea Török, Teresa Lucia Rosenkrantz / Tourassistenz: Eszter Lovrity, Brigitta Kovács (Next Stage+)
-------------------
Gefördert durch: Goethe-Institut (Internationaler Koproduktionsfonds), Freie und Hansestadt Hamburg – Behörde für Kultur und Medien, Staféta Programm, Stadtverwaltung der Hauptstadt Budapest, FÜGE Produktion, SzínMűHely Stiftung, Next Stage+, co-funded by the European Union
Disclaimer: Von der Europäischen Union finanziert. Die geäußerten Ansichten und Meinungen entsprechen jedoch ausschließlich denen des Autors bzw. der Autoren und spiegeln nicht zwingend die der Europäischen Union oder der Europäischen Exekutivagentur für Bildung und Kultur (EACEA) wider. Weder die Europäische Union noch die EACEA können dafür verantwortlich gemacht werden.