Duplex-Piano – Das Klavier mit zwei Manualen Klassik

  • Duplex-Piano – Das Klavier mit zwei Manualen
    © Uwe Arens

»Das doppelte Klangwunder« (DIE ZEIT), »Klangfarben, wie man sie kaum je gehört hat« (Hamburger Abendblatt), »orchestrale Kraft« (Neue Musikzeitung) – das Duplex-Piano erklingt wieder in der Elbphilharmonie. Der Komponist Emanuel Moór hatte um 1920 die Vision, das Klavier der Zukunft zu bauen. Sein Duplex-Piano mit zwei Manualen entstand aus dem Zeitgeist der Spätromantik und bietet noch mehr Klangfarben und mehr Klangfülle.

Beim gewöhnlichen Klavier bewirkt ein Tastenanschlag den Anschlag eines Hammers auf die Saite. Beim Duplex-Piano lassen sich zwei Hämmer koppeln: ein Tastenanschlag bringt dann zwei Töne gleichzeitig hervor. Diese Verdopplung der Töne führt im Forte zu einer ungeahnten Klangfülle, im Piano zu einer zauberhaften Brillanz der Klänge. Die beiden Manuale ermöglichen differenzierte Klangschichtungen.

Das Konzert spannt einen weiten Bogen von Brahms zu Josef Tal und Emanuel Moór bis zum ikonischen Bolero von Ravel. Das Konzert beginnt mit vertrauten Klängen von Johannes Brahms. Sein letztes Klavierquartett ist ein emotional äußerst dichtes und persönliches Bekenntnis des Komponisten und berührt unmittelbar. Dann wird ein Schritt in die Moderne gemacht und der Fokus auf den Komponisten Josef Tal gelegt. Tal gehört zu den bedeutendsten israelischen Komponisten. Faszinierende Klangfarben und ein intensiver Dialog der Instrumente sind charakteristisch für Tals Klavierquartett.



Den zweiten Teil des Konzertes eröffnen ausladende Cello-Cantilenen und überraschende harmonische Wendungen im »Largo« von Emanuel Moór. Das Schlagzeug mit der Kraft des Rhythmischen und das Duplex-Piano mit seinem orchestralen Klang verleihen dem darauf folgenden Werk »Hagada« von Josef Tal eine besondere Eindringlichkeit. Das Schlusswerk des Abends bildet eines der bekanntesten Werke der klassischen Musik: Maurice Ravels Bolero. Ein Bolero ist ein spanischer Tanz mit dem charakteristischen Bolero-Rhythmus. Ravel schuf durch melodische Wiederholungen, Abwandlungen und ein kontinuierliches Crescendo eine einzigartige Dynamik und Dramatik. Das Werk entfaltet eine geradezu magische Wirkung und zieht uns in seinen Bann.



An der Geige tritt Albrecht Menzel auf, ein herausragender junger Solist mit einem betörenden Geigenklang. Den Part der Bratschistin übernimmt Hiyoli Togawa. Sie erteilte in Corona-Zeiten zeitgenössischen Komponisten Kompositionsaufträge und brachte mit diesen neuen Werken die vielbeachtete CD »Songs of Solitude« heraus. Die Schlagzeugerin Cornelia Monske lehrt an der Musikhochschule in Hamburg als Professorin und ist eine der rennomiertesten Expertinnen für zeitgenössisches Schlagzeug. Am Violoncello hören Sie David Stromberg, der das Duplex-Piano wiederentdeckte. Er strebt danach, dem Publikum neue, faszinierende Hörerlebnisse zu vermitteln, so auch als Kurator der Konzerte mit dem Duplex-Piano. Der Pianist Florian Uhlig spielt das Duplex-Piano meisterhaft. Er wurde für seine Gesamtaufnahme der Klavierwerke Robert Schumanns mit dem »Opus Klassik« und dem »Deutschen Schallplattenpreis« ausgezeichnet.

BESETZUNG

Albrecht Menzel Violine

Hiyoli Togawa Viola

David Stromberg Violoncello

Cornelia Monske Schlagzeug

Florian Uhlig Klavier

PROGRAMM

Johannes Brahms
Klavierquartett Nr. 3 c-Moll op. 60

Josef Tal
Klavierquartett

- Pause -

Emánuel Moór
Largo für Cello und Klavier op. 105

Josef Tal
Hagada für Klavier und Schlagzeug

Maurice Ravel
Boléro

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