Im Fokus: Kultur und Wissenschaft in den USA unter Druck
IM FOKUS: KULTUR UND WISSENSCHAFT IN DEN USA UNTER DRUCK
Ein Podium mit Astrid Böger, Annika Brockschmidt und Klaus J. Milich
Ein Jahr nach der Inauguration von Donald J. Trump sind die USA in einer Rasanz auf dem Weg zu einem autoritären Staat, die in Europa nur wenige für möglich gehalten hätten. Neben einer unmenschlichen Immigrationspolitik und den horrenden Zöllen auf Einfuhrwaren stehen vor allem die kulturellen und wissenschaftlichen Institutionen unter Druck, wie das John F. Kennedy Center for the Performing Arts: Hier tauschte der Präsident das gesamte Board aus, ernannte sich selbst zum Vorsitzenden und brachte die jährlichen Ehrenpreise unter seine Kontrolle. Aber auch die Universitäten sind in den Fokus geraten, so eskalierte der Konflikt mit der Harvard University, als die Regierung massiv in deren akademische Freiheit eingriff, internationalen Studierenden mit Deportationen drohte und die Neuzulassung stark reglementierte.
Es diskutieren die Amerikanistin Astrid Böger (Universität Hamburg), die Publizistin Annika Brockschmidt (u. a. »Die Brandstifter – Wie Extremisten die Republikanische Partei übernahmen«, Rowohlt) und der in den USA lehrende Amerikanist Klaus J. Milich (Dartmouth College, New Hampshire) mit der USA-Expertin Susanne Weingarten (»Der Spiegel«) über den Zustand der US-Kultur. Dabei benennen sie Beispiele für den politischen Druck, analysieren Äußerungen wie das Statement für kulturelle Freiheit vom August 2025 und überlegen, wie eine Perspektive für Institutionen und individuelle Künstler*innen aussehen könnte.
Moderation: Susanne Weingarten