Vortrag der Deutsch-Japanischen Gesellschaft zu Lüneburg e.V.
Als der Würzburger Wilhelm Köberlein im Frühjahr 1914 in den Ostsibirischen Kurierzug stieg, um im russischen Wladiwostok eine Stelle bei der Firma Kunst & Albers anzutreten, konnte er nicht ahnen, dass ihn 5 ½ Jahre japanischer Kriegsgefangenschaft erwarteten. Denn nach Ausbruch des Ersten Weltkrieges, als alle deutschen Staatsangehörigen aus Wladiwostok ausgewiesen wurden, reiste der Unterfranke über Japan nach Tsingtau, um sich an der Verteidigung der deutschen Kolonie zu beteiligen. Dort geriet er im November 1914 in Gefangenschaft und konnte erst 1920 wieder nach Deutschland zurückkehren.
Die Korrespondenz und das Tagebuch Köberleins aus dieser Zeit sowie eindrucksvolle Fotos sind Grundlage des Vortrages, in dem sich auch das Lager Bandō - auf dem heutigen Gebiet unserer Partnerstadt Naruto - wiederfindet.
Zum Referenten:
Andreas Mettenleiter (Jahrgang 1968) hat über die Erlebnisse des Würzburgers Köberlein ein Buch unter dem Titel „Gefangen in Fernost – Sechs Jahre im Leben des Würzburger Kaufmanns Wilhelm Köberlein“ verfasst. In diesem wurden die genannten Materialien verarbeitet. Mettenleiter ist Arzt und Medizinhistoriker sowie „Japan-Fan“. Er studierte Medizin und Geisteswissenschaften in Regensburg, Rom, Utrecht, Caen und Würzburg.