Erika Thomalla stellt ihre »Oral History des Popjournalismus« vor
GEGENWART MACHEN
Erika Thomalla stellt ihre »Oral History des Popjournalismus« vor – im Gespräch mit Thomas Meinecke und Eckhart Nickel
Klatsch statt Kommentar, Rankings statt Analysen, Moden und Trends als Kampfansagen: Ende der 1970er und in den 1980ern entsteht in Deutschland eine neue, aufregende Art des Schreibens. In Magazinen wie »Mode & Verzweiflung«, »Spex«, »Wiener« oder »Tempo« sprengen junge Autor*innen die Grenzen zwischen Journalismus und Literatur. Sie heißen etwa Johanna Adorján, Maxim Biller, Max Goldt, Christian Kracht, Thomas Meinecke, Helge Timmerberg, Moritz von Uslar oder Jan Weiler. Sie schreiben nicht nur über die Welt – sie leben voll und ganz in ihr und erfinden sie neu. Sie interviewen Popstars über ihre Zahnputztechnik oder Brillenmodelle, Politiker über ihre Lieblingsmusik und machen Alltägliches zum Spektakel. Perspektive, Sprache und die richtige ästhetische Überzeugung werden bald wichtiger als das, worüber man schreibt.
Die Münchner Autorin und Buchwissenschaftlerin Erika Thomalla zeichnet in dem vielstimmigen Band »Gegenwart machen – Eine Oral History des Popjournalismus» (Schöffling & Co.) die Entwicklung des literarischen Journalismus nach. Die Anekdoten und anarchischen Geschichten führen an die Anfänge der Karrieren von literarischen Größen, die heute aus unseren Bücherregalen nicht mehr wegzudenken sind. Im Literaturhaus stellt Erika Thomalla den Band gemeinsam mit den Autoren Thomas Meinecke (»Odenwald«, Suhrkamp) und Eckhart Nickel (»Punk«, Piper) vor.
Foto (Thomalla) (c) Christoph Olesinski