Keum Suk Gendry-Kim, Isabelle Maroger und Bianca Schaalburg
14. HAMBURGER GRAPHIC NOVEL TAGE – KEUM SUK GENDRY-KIM
Von Krieg und Kriegsgefahr erzählen
Die erste Hälfte eines Doppelabends und ein Soloauftritt: Keum Suk Gendry-Kim hat mit ihrem französischen Ehemann lange auf der Insel Ganghwa gewohnt – nahe an der Grenze zu Nordkorea. Darüber erzählt sie in »Mein Freund Kim Jong-un« (Avant; Übersetzung: Alexandra Dickmann), einem Recherchecomic zur jüngeren koreanischen Geschichte. Und ganz frisch von Nataly Han übersetzt, bringt sie »Gras« (Avant) mit, ihren Dokumentarcomic über eine junge Koreanerin, die während der japanischen Besatzung zur Prostitution gezwungen wurde. Für die koreanische Heimat von Gendry-Kim hat das Thema ›Trostfrauen‹ große Bedeutung – weil Japan sich immer noch nicht zu seiner Verantwortung bekannt hat.
Moderation: Andreas Platthaus
Dolmetscherin: Myong-Sook Park
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14. HAMBURGER GRAPHIC NOVEL TAGE – ISABELLE MAROGER UND BIANCA SCHAALBURG
Dunkle Geheimnisse in der eigenen Familie
Der heutige Doppelabend wird mit zwei Zeichnerinnen fortgesetzt, die beide Comics zur NS-Vergangenheit ihrer Familien gezeichnet haben. Beide erzählen sie als unfreiwillige Entdeckergeschichten. Bianca Schaalburg ist in »Der Duft der Kiefern« (Avant) dem Verhalten ihrer Großeltern im nationalsozialistischen Berlin nachgegangen. Die französische Zeichnerin Isabelle Maroger erfährt durch Zufall, dass ihre Mutter im Rahmen des »Lebensborn«-Programms der Nazis als Kind eines deutschen Soldaten und einer norwegischen Frau geboren wurde. »Lebensborn« (Helvetiq; Übersetzung: Silv Bannenberg) heißt denn auch ihr Comic. Wie bei Schaalburg ist es eine gemeinsame Familienanstrengung, die das zutage fördert, was in der Vergangenheit lange beschwiegen worden ist.
Moderation: Andreas Platthaus
Dolmetscherin: Svenja Huckle
Mit freundlicher Unterstützung der Mara und Holger Cassens Stiftung, der Behörde für Kultur und Medien der Freien und Hansestadt Hamburg sowie der Ilse und Dr. Horst Rusch-Stiftung
Illustration (c) Katia Fouquet
Grafik (c) Kathleen Bernsdorf