Ein Seminar der Drehbuchwerkstatt Hamburg
Die Geschichte ist schon ziemlich gut, aber die Figuren überzeugen irgendwie nicht, und wir wissen nicht warum. Wir ahnen es aber. Sie sind nicht falsch, aber etwas ist zu glatt. Keine Kanten oder etwas Besonderes, das sie von den anderen Figuren abhebt. Wie können wir das ändern? Oft wollen wir nette Figuren haben, so wie wir selbst sein wollen. Der Gedanke ist gut, aber Figuren werden interessant dadurch, dass sie auch Schwächen haben, soziale Defizite und psychologische Macken. Vielleicht trinken sie, sind krankhaft schüchtern oder besserwisserisch, wir wollen mit ihnen nicht verheiratet sein, aber sie sind unverwechselbar, und wir wünschen uns, dass sie über ihrem Schatten springen. Wir lesen das Buch, kauen auf den Nägeln und rufen, „Mach das nicht“, oder „Sag dem Mädchen endlich, dass du sie liebst“.
Dozentin Christine Sterly-Paulsen ist eine erfahrene Autorin mit Schwäche für solche Figuren, und sie will euch etwas davon mitteilen.