Maria-Sibylla Lotter: Opfer sein! – Über offene Wunden und neue Selbstbilder
PHILOSOPHISCHES CAFÉ – MARIA-SIBYLLA LOTTER
Opfer sein! – Über offene Wunden und neue Selbstbilder
Fühlen Sie sich auch manchmal »depressiv«? Durch wen oder was wurden Sie zuletzt »diskriminiert«? Gar: »traumatisiert«? Streben auch Sie für sich und die Ihren zukünftig nach mehr »Resilienz«?
In den letzten Jahrzehnten haben sich die Begriffe für menschliche Verletzlichkeit stark erweitert. Und sind gleichzeitig ins Zentrum unseres moralischen wie auch politischen Sprechens getreten. Worin liegen die Ursachen dieser Entwicklung? Welche Auswirkungen hat sie auf unsere Selbstwahrnehmung und unser Zusammenleben? Und was schließlich hat es mit dem immer häufiger vorgebrachten Vorwurf einer »Täter-Opfer-Umkehrung« auf sich?
In ihrem jüngsten Buch »Opfer – Über Verwundbarkeit als Selbstbild« (Hanser) geht die in Bochum lehrende Philosophin Maria-Sibylla Lotter den vielfältigen, durchaus nicht immer mündigkeitsfördernden Wirkungen besagter Verschiebung nach. Was geschieht mit einer Gesellschaft, in der sich immer mehr Menschen – häufig in Form der Selbstdiagnose – als »Opfer« verstehen und begreifen? Und zwar zu einem geschichtlichen Zeitpunkt, der nach neuen, vielleicht sogar letzten Opfern zu verlangen scheint?
Willkommen zu einem Abend des ebenso differenzierten wie robusten Nachdenkens!
Moderation: Wolfram Eilenberger
Mit freundlicher Unterstützung der Udo Keller Stiftung Forum Humanum
Foto (Lotter) (c) Anna Ziegler