Sleaford Mods Pop

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Sleaford Mods im März zu Gast in Deutschland

Es gibt Bands, die nicht bloß Musik machen, sondern den Puls einer Gesellschaft messen. Sleaford Mods, das Electropunk-Duo aus Nottingham, gehören zu dieser seltenen Spezies. Jason Williamson, der seine Jugend auf einer Farm verbrachte und sich durch Gelegenheitsjobs und gescheiterte Schauspiel- und Bandprojekte schleppte, fand im Rappen seine Sprache. An seiner Seite: Andrew Fearn, der mit Lo-Fi-Drums, Basslinien und scheinbar simplen Loops ein Fundament für Williamsons Tiraden baut. Gemeinsam erschaffen sie etwas, das sich kaum einordnen lässt – irgendwo zwischen Post-Punk, Minimal-Electro und Hip-Hop.


Ihre Songs sind keine Hymnen, sondern Attacken. Sie schildern ein Land, das an sich selbst zu ersticken droht: Post-Brexit-Ernüchterung, steigende Preise, politische Apathie, Rechtsruck. Auf ihrem Album UK Grim (2023) bündelten sie diese Erfahrungen in 14 Stücken, die in knappen Minuten sagen, was andere Diskurse nicht zu fassen vermögen. „Die Verwesung hat eingesetzt“, erklärte Williamson damals – und meinte es genauso.


Nun melden sich Sleaford Mods mit der neuen Single Megaton zurück. Der Track erscheint über Rough Trade und verbindet rollende Beats und atmosphärische Elektronik mit Williamsons schneidenden Kommentaren zur Gegenwart. Auch diesmal ist es mehr als Musik: Sämtliche Erlöse gehen an die Kinderhilfsorganisation War Child. Begleitet wird die Veröffentlichung von einem Video des Künstlers Nick Waplington, aufgenommen am Speakers’ Corner im Londoner Hyde Park – einem historischen Ort für freie Rede und Protest.


Doch Sleaford Mods wären nicht Sleaford Mods, wenn sie bei aller Drastik nicht auch Spaß, Charisma und ein unheimliches Gespür für Timing ins Spiel brächten. Williamsons Stimme, sein breiter East-Midlands-Dialekt, trifft auf Fearns Beats wie ein rostiger Schraubenschlüssel auf Metall: Es scheppert, kratzt und treibt vorwärts. Nicht zufällig arbeiteten sie bereits mit The Prodigy, Leftfield oder jüngst Hot Chip zusammen – ihre Handschrift bleibt immer unverwechselbar.

Besonders deutlich wird diese Energie auf der Bühne. Wer sie live erlebt, versteht erst, wie sehr ihre Musik von Präsenz lebt – und warum ihre Konzerte längst Kultstatus genießen. Im Frühjahr 2026 kommen Sleaford Mods für zwei exklusive Konzerte nach Deutschland. Ein Pflichttermin für alle, die verstehen wollen, wie Wut in Musik verwandelt werden kann – und warum daraus manchmal die ehrlichsten, wichtigsten Songs entstehen.

Dies ist ein Eintrag aus der Veranstaltungsdatenbank für die Metropolregion Hamburg.
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