Wenn Trauma und Trauer zusammentreffen, entsteht oft eine Situation, die alle Beteiligten überfordert: die Betroffenen selbst ebenso wie diejenigen, die sie begleiten. In dieser Fortbildung geht es darum zu verstehen, wie Trauerprozesse durch Traumareaktionen geprägt sein können – und wie Begleitung dennoch Halt, Verbundenheit und Selbstwirksamkeit ermöglichen kann.
Der praktische Fokus liegt auf der Zeit unmittelbar nach einem plötzlichen oder gewaltsamen Tod, die längerfristige Perspektive im Trauerprozess wird dabei immer wieder mit einbezogen. Neben kurzen theoretischen Inputs zu Trauma und Stabilisierung stehen Übungen im Mittelpunkt, die Körperwahrnehmung, Präsenz und Verbundenheit stärken.
Traumasensible Trauerbegleitung ist eine Haltung und Arbeitsweise, die Menschen nicht auf ihre Verletzungen reduziert. Sie unterstützt Trauernde in Krisen ebenso wie stabile Trauernde und hilft Begleitenden, ihre Arbeit intensiv und zugleich ressourcenschonend langfristig auszuüben.
Referent*innen
Jan Suren Möllers arbeitet als Bestatter und Dozent und ist Mitgründer von memento – Kultur:Trauer. Er ist Kultur anthropologe (Universität Hamburg) und Trauerbegleiter (Chris Paul) und absolvierte eine Ausbildung in Psychotraumatologie bei Hélène Dellucci.
Valerie Kottmann arbeitet als Bestatterin bei memento Bestattungen. Sie ist Soziologin (Universität Potsdam), engagiert bei AGUS und in der Trauerbegleitung nach Suiziden (Chris Paul) ausgebildet.