»Überarbeit: The Reserve Army of (Precarious) Labor« mit Filipe Lippe & Vijai Maia Patchineelam Ausstellungen

  • Filipe Lippe, »Ossos do Ofício« (Berufsrisiko), 2026, Essayfilm (Still)
    © Filipe Lippe

»Überarbeit: The Reserve Army of (Precarious) Labor« ist ein transdisziplinäres Projekt, das von den Künstlern, Forschern und Pädagogen Filipe Lippe und Vijai Maia Patchineelam in Zusammenarbeit mit M. Bassy entwickelt wurde und eine Ausstellung mit einer Reihe von partizipativen Veranstaltungen verbindet. Das Projekt befasst sich mit Fragen im Zusammenhang mit aktuellen Umbrüchen in der Arbeitswelt und betont dabei die historische Verbindung zwischen kolonialer Sklaverei und der heutigen Prekarisierung der Arbeitsbedingungen unter dem Neoliberalismus. Es zeigt zudem auf, wie diese Verbindung in Kunst und Kultur wirkt. Das Begleitprogramm mit drei öffentlichen Formaten untersucht die historischen, rassistischen und ideologischen Dimensionen der Arbeit vom modernen Kolonialismus bis zur Gig-Economy und geht der Frage nach, wie Künstler*innen als prekär Beschäftigte dieses System hinterfragen können.

Die Ausstellung, Artist Talks, gemeinsame Reading und Listening Sessions, Filmvorführungen und Diskussionsrunden erproben Formen der kollektiven Zusammenarbeit und Community-basierte Praktiken, um sich der marktorientierten neoliberalen Hegemonie in der Kunst entgegenzustellen. Die Ausstellung, die Gemälde, Installationen, Videos und textbasierte Arbeiten der beiden Künstler präsentiert, ist als partizipative Installation konzipiert – als Studienraum, in dem Forschungs-materialien wie Bücher, wissenschaftliche Arbeiten, Filme und Aufzeichnungen zur gemeinsamen Untersuchung und Erweiterung zur Verfügung stehen. Die Veranstaltungen folgen dem dialogischen Bildungsansatz von Paulo Freires »Pädagogik der Unterdrückten«, bei dem die Künstler*innen und das Publikum aktiv an einer kollaborativen Wissensproduktion teilnehmen und die Konzepte des White Cube und des Klassenzimmers zu einem nicht-hierarchischen, inklusiven Gemeinschaftsraum erweitern.

BEGLEITPROGRAMM:

--> Bitte reservieren via: reservation@m-bassy.org

Event #1 / Eröffnung: 11.4.2026, 19 Uhr, Artist Talk, Diskussion und Dinner Encounter mit Filipe Lippe & Vijai Maia Patchineelam

Wie können Künstler*innen der zunehmenden Prekarisierung der Arbeit durch den Aufbau von Allianzen, gegenseitiger Hilfe und kollaborativen Praktiken begegnen? Einführung in das Thema und die Methodik des Projekts. Es werden grundlegende theoretische Arbeiten und Initiativen vorgestellt, die das Projekt beeinflusst haben.

Event #2: 18.4.2026, 19 Uhr, Reading Session, Listening Session und Diskussion mit Filipe Lippe & Vijai Maia Patchineelam

Die Lesung umfasst Auszüge aus Artikeln und Büchern von Autoren wie Paulo Freire, Frantz Fanon, Katja Praznik, Alexandra Kollontai, Guy Debord, Silvia Federici, Mário Pedrosa, Ricardo Basbaum, Nancy Fraser und Ricardo Antunes.

Die Hörsession präsentiert ein Audioarchiv mit Musik der afrikanischen Diaspora und experimenteller Popmusik, unterbrochen von Auszügen aus Vorträgen, Gedichten und Interviews zu Themen rund um die Arbeitswelt, Klassenverhältnisse und Kolonialgeschichte, darunter Gang of Four, Nelson Cavaquinho, Stereolab, Stuart Hall, Max Roach, Amiri Baraka, Victoria Santa Cruz, Archie Shepp, Walter Rodney, Fred Hampton, Carlos Puebla, Fela Kuti, Wladimir Iljitsch Lenin, Chico Buarque de Holanda und Sun Ra.

Event #3: 2.5.2026, 19 Uhr, Filmscreening und Diskussion mit Filipe Lippe & Vijai Maia Patchineelam

Bei der dritten öffentlichen Veranstaltung zeigen wir den »Volkswagen – Factory workers in Germany and Brazil« (1974) von Jorge Bodanzky und Wolf Gauer. In diesem Film schildern Gauer und Bodanzky - ein Filmemacher des post-Cinema Novo - das Leben und die materiellen Bedingungen zweier Volkswagen-Fabrikarbeiter*innen in Brasilien und Deutschland. Zur Vorbereitung auf die Filmvorführung findet eine gemeinsame Lesung statt, um den Kontext zu erläutern und eine Richtung für die Diskussion am Ende der Veranstaltung vorzugeben.

Wir danken dem Bezirksamt Eimsbüttel sowie der Behörde für Kultur und Medien in Hamburg für ihre Förderung und Unterstützung des Projektes.

Dies ist ein Eintrag aus der Veranstaltungsdatenbank für die Metropolregion Hamburg.
Für die Richtigkeit der Daten wird keine Haftung übernommen.
© mediaserver.hamburg.de / DoubleVision

M.bassy e.V.

Der gemeinnützige Verein M.Bassy e.V. ist ein öffentlicher Salon für Begegnung mit zeitgenössischen Positionen aus Afrika und der Diaspora.…

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