Zum 100. Geburtstag von Harald Duwe widmet die PARABEL. Zentrum für Kunst in Hamburg dem Maler und Grafiker eine umfassende Retrospektive. Die Ausstellung lädt dazu ein, einen Künstler neu zu entdecken, der das 20. Jahrhundert mit wachem Blick begleitet und in seinem Werk eindringlich reflektiert hat.
Harald Duwe verstand sich als Realist. Seine Kunst speist sich aus genauer Beobachtung und aus der unmittelbaren Auseinandersetzung mit der sichtbaren Wirklichkeit. In Malerei und Grafik richtete er seinen Blick auf das gesellschaftliche Leben nach 1945: auf Menschen in ihren Wohnungen und im öffentlichen Raum, auf Arbeit, Freizeit und Konsum. Immer wieder treten politische Spannungen, soziale Gegensätze und der zunehmend rücksichtslose Umgang mit Umwelt und Lebensraum in den Vordergrund. Duwes Bilder erzählen dabei nicht laut, sondern konzentriert. Sie stellen Fragen nach Verantwortung, nach individueller Freiheit und nach der Rolle des Einzelnen innerhalb gesellschaftlicher Strukturen, präzise, klar und ohne Beschönigung.
Die Retrospektive versammelt zentrale Werkgruppen aus allen Schaffensphasen. Zu sehen sind Selbstbildnisse und Porträts, Stadtansichten sowie Arbeiten zu politischen und gesellschaftlichen Brennpunkten der Nachkriegszeit. Motive aus Hamburg stehen neben Szenen aus Paris und New York. So öffnet sich der Blick über das Regionale hinaus und zeigt Duwe als Künstler, der seine Themen stets im größeren Zusammenhang gedacht hat.
Auch heute besitzen seine Arbeiten eine bemerkenswerte Aktualität. Viele der Fragen, die Duwe vor Jahrzehnten formulierte, wirken unmittelbar in unsere Gegenwart hinein. Die Ausstellung macht diese Verbindung sichtbar und lädt dazu ein, sein Werk neu zu lesen, als künstlerische Chronik des 20. Jahrhunderts und als eindringliche Auseinandersetzung mit dem Leben in Freiheit.
Laufzeit: 27.02.2026 – 17.5.2026
Öffnungszeiten: Freitag: 14:00 – 18:00 Uhr, Samstag: 11:00 – 18:00 Uhr, Sonntag: 11:00 – 18:00 Uhr
Ort: Parabel. Zentrum für Kunst in Hamburg | Fuhlsbüttler Strasse 656, 22337 Hamburg
Hinweis: Aufgrund der historischen Architektur ist die Parabel leider nicht barrierefrei zugänglich