Yade Yasemin Önder
Es ist aus mit Kar Kauz. Mit 35 Jahren steht die Protagonistin vor den Trümmern ihrer Beziehung zu dem gefeierten Autor, der ihren Kinderwunsch jahrelang ignorierte. Auf Tinder versucht sie, sich Ablenkung zu verschaffen. Mit dem hedonistischen Schauspieler Andi beginnt eine Beziehung, die von Anfang an unter keinem guten Stern steht: Er hat bereits Zwillinge, eine präsente Ex und ein Leben, in dem für Verbindlichkeit kaum Platz ist. Als diese Ex eines Morgens im Schlafzimmer steht, kippt die Situation endgültig. Die Sehnsucht nach einem eigenen Kind wächst sich zur Obsession aus. Parallel scheitern weitere Dates, der eigene Roman bleibt hinter den Erwartungen zurück und die Protagonistin trifft eine radikale Entscheidung: Sie wird sich ihren größten Wunsch selbst erfüllen. Auch wenn das bedeutet, zur Täterin zu werden. Yade Yasemin Önder seziert in "Anti Müller" identitätspolitische Grabenkämpfe ebenso präzise wie den moralischen Bankrott pseudosanfter Männer, unter deren Fingernägeln noch immer der Schmutz des Patriarchats steckt. Ein Roman von großer Dringlichkeit – provokant, witzig und gnadenlos ehrlich.