Anlässlich ihres 99. Geburtstags erinnern wir mit einer besonderen musikalischen Lesung an die Hamburger Jüdin, Publizistin, Schauspielerin und unermüdliche Menschenrechtsaktivistin Peggy Parnass (1927–2025). Sie verstarb im März 2025 und hinterließ ein Vermächtnis, das bis heute nachwirkt.
Im Mittelpunkt der Matinee steht das Buch „Grenzen akzeptieren wir nicht“, entstanden aus den Begegnungen von Peggy Parnass und Umes Arunagirinathan. Fünfzig Lebensjahre, Hautfarbe, Geschlecht und Herkunft trennten die beiden – doch weit mehr verband sie: die prägende Erfahrung von Flucht und Vertreibung sowie der unerschütterliche Wille, für Menschlichkeit und Gerechtigkeit einzustehen.
Peggy Parnass wurde 1939 von ihrer Mutter mit einem Kindertransport nach Schweden geschickt, um sie vor der nationalsozialistischen Verfolgung zu retten. Umes Arunagirinathan kam als 13-jähriger unbegleiteter Flüchtling aus Sri Lanka nach Deutschland. Beide erlebten Verlust, Ausgrenzung und Neubeginn – Erfahrungen, die ihr Leben nachhaltig prägten. Statt zu resignieren, engagierten sie sich mit großer Entschlossenheit gegen Ungerechtigkeit, Unterdrückung, Ausbeutung und Diskriminierung.
Aus Peggy Parnass’ eindrucksvollen Texten und den Gesprächen mit Umes Arunagirinathan entstand das bewegende Porträt zweier außergewöhnlicher Lebenswege. Das Buch eröffnet den Blick auf unterschiedliche Generationen und verbindet ihre Perspektiven auf Themen wie Freundschaft, Mut, Hass, Fremdsein, Identität und Hoffnung.
Die Lesung wird musikalisch gestaltet von Achim Amme und Ulrich Kodjo Wendt, deren Kompositionen und Interpretationen den Texten eine besondere emotionale Tiefe verleihen.
Der Reinerlös dieser Matinee kommt der Suppengruppe St. Georg zugute, für die sich Peggy zeitlebens engagierte.