Ausstellung "Ein Tatort: Bergen-Belsen" Ausstellungen

  • Ausstellung "Ein Tatort: Bergen-Belsen"
    © Gedenkstätte Bergen-Belsen

Täterschaft und Tatbeteiligung sind heute in der deutschen Gesellschaft vergleichsweise wenig diskutierte Themenfelder. Eine Auseinandersetzung damit ist jedoch für das Begreifen der NS-Geschichte und für die Beschäftigung mit den begangenen Verbrechen unerlässlich. Aber auch weil heute rechtsextremistisches Gedankengut wieder zunimmt, ist es wichtig, sich damit zu beschäftigen: Mit den Tätern, ihrem Hintergrund und Motivationen und mit den beteiligten Institutionen. Die Geschichte von Bergen-Belsen zeigt, welche Folgen Rechtextremismus, Ausgrenzung und Antisemitismus haben können.


Worum geht es?

Während der Zeit des Nationalsozialismus 1933–1945 wurden Menschen verfolgt, in Lager verschleppt und ermordet. Bergen-Belsen war ein Kriegsgefangenenlager und ein Konzentrationslager. Hier starben mehr als 70 000 Menschen an Misshandlungen, Krankheiten und Hunger.

 


Zuständig für das Kriegsgefangenenlager war die Wehrmacht. Das Konzentrationslager wurde von der SS betrieben. Zahlreiche Verbrechen wurden in den Lagern begangen. So wurden die Gefangenen des Kriegsgefangenenlagers und die Häftlinge des Konzentrationslagers katastrophal versorgt. Anfangs hatten sie keine Unterkünfte. Sie bekamen wenig Essen und Trinken und konnten sich nicht richtig waschen. Krankheiten breiteten sich aus. Die Gefangenen und Häftlinge wurden zu schwerer Arbeit gezwungen. Viele wurden umgebracht.
An den Verbrechen war nicht nur das Personal der Lager beteiligt, sondern auch weitere staatliche und nichtstaatliche Institutionen. Die Zivilbevölkerung billigte und unterstützte die Verbrechen. Ein System aus Lagern, Personen und Einrichtungen ermöglichte die systematische Verfolgung und Ermordung. Das geschah in ganz Deutschland. Als ein Lager von vielen, die es im deutsch beherrschten Europa gab, steht Bergen-Belsen beispielhaft für zahlreiche Tatorte und für die Ermordung von Millionen Menschen.

Die Ausstellung „Ein Tatort: Bergen-Belsen“ fragt:

  • Was sind die Gründe, solche Lager zu bauen und zu betreiben?
  • Wer waren die Täter und Täterinnen?
  • Wer hat bei den Verbrechen mitgemacht?
  • Wer war verantwortlich?
  • Was wollten die Täter und Täterinnen?
  • Was dachten die Täter und Täterinnen?Wovon waren sie überzeugt?
  • Warum hat die Zivilbevölkerung die Verbrechen unterstützt?
  • Welche Rolle hatten Institutionen?

Die Ausstellung ist im „Design für Alle“ konzipiert

»Design für Alle« bedeutet, dass die Inhalte der Ausstellung für möglichst viele Menschen zugänglich sind. Die Konzeption der Ausstellung erfolgte in Zusammenarbeit mit Expert_innen in eigener Sache, die auf unterschiedliche Arten von inklusiven Inhalten profitieren.

Die Ausstellung „Ein Tatort: Bergen-Belsen“ bietet:

  • Texte in einfacher Sprache
  • Videos in Deutscher Gebärdensprache
  • Taktile Modelle an zentralen Punkten der Ausstellung
  • Mit Rollstühlen unterfahrbare Ausstellungsmöbel
  • Glossar mit Erklärungen zu schwierigen Begriffen
  • Kontrastreiche Farben und gerade Kanten
    im Hand- und Fußbereich zur besseren Orientierung für seheingeschränkte und blinde Menschen
  • Helle Farben und eine offene Gestaltung
  • Begleitende App
  • Leichte Sprache zum Hören und Lesen
  • Eine audiodeskriptive Tour
  • Alle Touren in der App können auch ohne Ausstellungsbesuch wahrgenommen werden

Für Schulen & Gruppen:

  • 25 Minuten Kurzführung für 25 Euro
  • Tabletts mit der vorinstallierten Begleitapp




Alle Sonderausstellungen sind im Eintritt für das Museum Lüneburg inklusive.

 

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