Es ist ein ungewöhnliches, barockes Bankett, das hier im Kleinen Saal der Elbphilharmonie veranstaltet wird: Musiker:innen des belgischen B’Rock Orchestra und vier Gesangssolist:innen sind auf der Bühne und laden auch Freiwillige aus dem Publikum an ihre große Tafel ein. Das Programm »Das große Fressen« ist eine theatralisch-musikalische Performance, in der sich italienische Barockmusik mit neuen, elektronischen Klängen, Pop-Intermezzi und Texten der jungen belgischen Schriftstellerin Dominique De Groen verbinden.
Mit dem Titel »Das große Fressen« verweist das Projekt auf den gleichnamigen Film von Marco Ferreri aus dem Jahr 1973, in dem sich vier lebensmüde Freunde durch dekadente Völlerei zu Tode konsumieren. Anders als im Film gibt es im Stück von Regisseurin Aïda Gabriëls keinen Endpunkt, kein Sterben am Überfluss. Vielmehr fragt sie, »was Konsumieren in unserer heutigen Zeit bedeutet.«
Gabriëls entwirft vier eigene Figuren: Am Tisch sitzen der selbstkritische Kritiker Casper, der perfektionistische Koch Romain, die depressive Performance-Künstlerin Linde und die Diva Blandine, die in ihrer Opernwelt gefangen zu sein scheint. Die unterschiedlichen Charaktere wirken sich auch auf die Musik aus: Opern-Versatzstücke quer durch die Musikgeschichte erklingen und werden durch elektronische Beats überzeichnet. An welchem Punkt wird aus »nie genug« irgendwann »zu viel«?
BESETZUNG
B’Rock Orchestra Kammerensemble
Blandine Coulon Mezzosopran
Casper Clausen Gesang
Linde Carrijn Gesang
Romain Dayez Bariton
Timo Tembuyser Gesang
Aïda Gabriëls Konzept, Regie
PROGRAMM
»Das große Fressen«
Ein inszeniertes Bankett zwischen Barock und Pop nach dem Film »La grande bouffe« (Regie: Marco Ferreri, FR/IT 1973)
Werke von Claudio Monteverdi, Jean-Baptiste Lully, Henry Purcell, Antonio Vivaldi, Léo Delibes, Britney Spears u.a.