Ausgehend von dem Slogan „Die Waffen liefern die Reichen – die Armen liefern die Leichen.“ versammelt Olivier David Texte über Krieg, Klassengewalt und Kultur. Der Band fragt nach den Verbindungen zwischen Aufrüstung nach außen und sozialem Krieg nach innen. Denn Kriege finden nach David nicht in einem luftleeren Raum statt, „sie sind nur die blutrünstigste Ausprägung der selben Gewalt, der ein Teil der Arbeiter*innenklasse tagtäglich ausgeliefert ist“.
Die Armen liefern die Leichen ist eine Sammlung gegen die Vorstellung, Armut sei individuelles Scheitern, und damit gegen die Vereinzelung.
David verbindet politische Analyse mit persönlicher Erfahrung und fragt, wer in dieser Gesellschaft leben darf, wer überleben muss und wer immer wieder für die Interessen von Kapital und Nation herhalten soll. Seine wütenden und parteilichen Texte bestehen darauf, dass Betroffenheit nicht nur eine Wunde ist, sondern auch Ausgangspunkt von Widerstand werden kann.
Die Lesung wird moderiert von dem Journalisten und Autoren Sebastian Friedrich.