Prof. Dr. Josef Matzerath zeigt am Beispiel von Reichskanzler Otto von Bismarck, wie im 19. Jahrhundert gutes Essen und Politik miteinander verbunden wurden.
Die Diplomatie Europas war seit der Frühen Neuzeit mit der exquisiten Küche verbunden. Auch im 19. Jahrhundert gehörte es für einen Botschafter zu seinem Amt, einen Koch zu beschäftigten, um günstige Arrangements für den politischen Gedankenaustausch zu schaffen.
Prof. Dr. Josef Matzerath, Lehrstuhlinhaber für Sächsische Landesgeschichte an der TU Dresden, erläutert in seinem Vortrag, wie in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts klassische Menüs gestaltet wurden. Auch Otto von Bismarck hat deren Konzeption verstanden und gewürdigt. Er war nicht nur, wie oft zu lesen ist, ein starker Trinker und Liebhaber deftiger Speisen, sondern auch – zumindest von Amts wegen – ein Connaisseur.