Programm
Die zentralen Themen von Hughes’ Gedicht „Dreams“ sind Träume, Hoffnung und die Entscheidung, an den eigenen Träumen festzuhalten oder sie aufzugeben. Träume erscheinen dabei als eine wesentliche Grundlage des Lebens selbst. Zugleich greift Hughes auf Bilder aus der Natur zurück – insbesondere auf Vögel und gefrorene Landschaften –, die Hoffnung und Hoffnungslosigkeit versinnbildlichen.
Auch in Gustav Mahlers „Liedern eines fahrenden Gesellen“ werden Naturbilder immer wieder zu Trägern von Hoffnung: Vögel, schönes Wetter und eine aufblühende Landschaft spiegeln die Sehnsüchte des lyrischen Ichs. Im Kern jedoch kreist der Zyklus um Träume und den zerbrochenen Traum von Liebe. Nicht zufällig lautet das letzte Wort des letzten Liedes „Traum“. Obwohl sich der Traum von einem gemeinsamen Leben mit der geliebten Person nicht erfüllen kann, besteht er in der tiefen Verbindung des Protagonisten mit der Natur fort. Dieses Nebeneinander von Verzweiflung und weiterlebendem Traum durchzieht den gesamten Liederzyklus.
Auch in Ralph Vaughan Williams’ „Songs of Travel“ befindet sich das lyrische Ich auf einer nicht endenden Suche nach Sinn, Erfüllung und Hoffnung. Hier jedoch wird die Reise selbst – und damit das Suchen als solches – zu einer Quelle von Sinn und Lebensinhalt. Besonders eindrücklich sind die letzten Zeilen des Zyklus, die aus demselben thematischen Spannungsfeld hervorgehen wie Hughes’ Gedicht:
I have longed for all, and bid farewell to hope;
And I have lived and loved, and closed the door.
Künstler:innen
Thomas Nikolov (Klavier)
William Desbiens (Gesang)