Eine Ausstellung mit Fast Fashion im Fokus
Menschenunwürdige Arbeitsbedingungen in den Textilfabriken, Umweltverschmutzung und textile Müllberge in Ländern wie Ghana und Chile: Die Auswirkungen des Phänomens „Fast Fashion“, bei dem Modetrends rasant designt, zu extrem niedrigen Preisen produziert und in kurzen Zyklen verkauft werden, sind immens. Die Ausstellung FADENSCHEINIG, die das Museum Tuch + Technik vom 6. November 2026 bis 11. April 2027 zeigt, setzt sich sowohl künstlerisch als auch auf informativer Ebene mit den zerstörenden Folgen unseres Mode- und Kleidungskonsums auseinander.
Künstler*innen zeigen Arbeiten, die zum Nachdenken anregen sollen und die uns auffordern, der Frage nachzugehen, wie wir unseren Kleidungskonsum minimieren können. Zu sehen sind zum Beispiel Web- und Filzarbeiten, Objekte aus ausgedienten Schuhen und Fotoarbeiten zum Ausstellungsthema. Auch Schülerinnen und Schüler der Freiherr-vom-Stein-Schule Neumünster sind mit einer künstlerischen Arbeit vertreten: Sie verarbeiten gebrauchte Jeans zu Objekten und Kleidungsstücken.
Darüber hinaus informiert die Ausstellung über die Hintergründe der „Fast Fashion“: Bereits die Herstellung der Billig-T-Shirts, der Masse an Fast Fashion, läuft unter prekären Arbeitsbedingungen, verbraucht Wasserressourcen und verschmutzt die Umwelt. Viele Textilien sind mit krebserregenden Schadstoffen kontaminiert und bestehen aus Polyesterstoffen, die als Mikroplastik im Meer landen. Ein großer Anteil der Fast Fashion wird als Paket verschickt. Etliche dieser Pakete gehen zurück und werden meist entsorgt. Eine Praxis, die in der Europäischen Union zwar verboten, deren Kontrolle aber unklar ist. Bilder aus der Atacamawüste und von der Küste von Ghana zeigen die Flut von Altkleidern, die aus Europa, Nordamerika und Asien in den globalen Süden verschifft und zu Müllbergen werden.
Das Museum Tuch + Technik macht mit den Angeboten zur Ausstellung ebenfalls auf das Thema aufmerksam: zum Beispiel mit einer Vortragsveranstaltung (Barbara Otto: „Was übrig bleibt – ein künstlerischer Blick auf unsere Klamotten“; Claudia Greifenhahn: „Klima & Klamotten, ein Reisebericht über Produktion und Lebensbedingungen in Bangladesch“) am Donnerstag, 26. November 2026, um 19 Uhr, aber auch mit dem Aktivprogramm Weltreise einer Jeans, der Kleidertauschbörse oder dem Nähtreff.
Alle Informationen und Anmeldung auf www.tuchundtechnik.de