Das Selbstbildnis gehört zu den ältesten Formen künstlerischer Auseinandersetzung mit der eigenen Person. Nach der Renaissance vollzieht sich jedoch eine bemerkenswerte Verschiebung: Die gesellschaftliche Statusrepräsentation tritt zunehmend zurück, während die Frage nach dem eigenen Ich in den Vordergrund rückt – Sein oder Nichtsein. Im frühen 20. Jahrhundert gewinnt diese Selbstbefragung eine neue Offenheit und existenzielle Schärfe.
Ausgehend von den Werken Rolf Neschs und seiner Zeitgenossinnen und Zeitgenossen widmet sich Dr. Pablo Schneider dem Künstlerselbstbildnis im Spannungsfeld zwischen Individualisierung und Inszenierung. Wie nutzen Künstlerinnen und Künstler das eigene Bild, um über Identität und Selbstverständnis nachzudenken? Und was verrät das Selbstporträt über ihre Rolle in einer Gesellschaft, die sich grundlegend verändert?
Der Vortrag findet im Rahmen der Ausstellung „Eine Lust, die tragisch wirkt … – Rolf Nesch und Hamburg“ in der Parabel statt. Im Anschluss besteht Gelegenheit zur gemeinsamen Diskussion.
Donnerstag, 15. Oktober 2026, 18 Uhr
Parabel. Zentrum für Kunst in Hamburg
Die Teilnahme ist kostenfrei.
Eine Anmeldung wird erbeten: info@parabel.hamburg