GET WELL SOON Konzerte

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Konstantin Groppers prägende Jahre standen im Schatten des Todes seines Helden Kurt Cobain im Jahr 1994. Bestimmt war es nicht leicht für ihn, sich von der klassischen musikalischen Philosophie seiner Eltern zu lösen, mit der er aufgewachsen war. Es war Neil Youngs Text aus dem Jahr 1979, den Cobain in seinem Abschiedsbrief zitierte: „It's better to burn out than fade away“ (Es ist besser auszubrennen als zu verblassen). Eine Zeile, ein Mantra, das bis heute nachhallt und das Geheimnis großartiger Musik definiert. Gropper ist jetzt Mitte 40, sein Katalog als GET WELL SOON reicht mittlerweile zwei Jahrzehnte zurück. Alles Konzeptalben, immer ging es ihm um Inhalte, mal mehr, mal weniger ernst. Einmal bezeichnete er sich als „zutiefst missverstandenes Comedy- Projekt“. Und er hat immer noch einiges zu sagen: Seine Rückkehr nach vier Jahren bringt nicht nur viel neue Musik mit sich. MINUS THE MAGIC, das erste von zwei GET WELL SOON-Alben in diesem Jahr, kommt mit einem unerwarteten Geständnis: „Dieses Album handelt von der Mitte des Lebens“, erklärt Gropper. „Und es richtet sich an Menschen mittleren Alters.“


Zugegeben, es ist schon eine Weile her, dass Gropper mit seinem 2008 erschienenen Album „Rest Now, Weary Head! You Will Get Well Soon“ als deutsches Wunderkind gefeiert wurde. Bereits im selben Jahr zeichnete sich eine Karriere in weiteren musikalischen Gefilden ab: Regisseure wie Wim Wenders oder Detlef Buck wollten seine Musik für ihre Filme. 2013 co-produzierte er das Album „Hinterland“ des Rappers Casper, das die deutschen Charts stürmte. Seine Kompositionen sind in zahlreichen internationalen Kino- und Fernsehproduktionen zu hören. In jüngerer Zeit ist er mit „How to Sell Drugs Online (Fast)“ und „Achtsam Morden“ auch in den Top 10 der Streaming-Charts vertreten, neben diversen anderen Filmmusiken für Netflix, Disney+ und Co und weitere sind in Arbeit. „Ich habe mich immer selbst damit herausgefordert, mich nicht zu wiederholen“, bekräftigt Gropper. Manchmal macht er jedoch eine Ausnahme: Seit seinem Zweitwerk „Vexations“ aus dem Jahr 2010 haben es alle seiner Alben in die deutschen Top 20 geschafft.


2026 feiert GET WELL SOON 20-jähriges Jubiläum – auch das ein Anlass zur Reflexion. Wie viele Menschen in seinem Alter hat sich Gropper in der letzten Zeit mit den großen Fragen des Lebens auseinandergesetzt, ob er wollte oder nicht. „Ich würde das nicht als Krise bezeichnen“, betont er. „Es ist einfach so, dass die Lebensmitte tiefgreifende Veränderungen mit sich bringen kann. Vielleicht denkt man weniger darüber nach, welchen Eindruck man machen möchte. Idealerweise findet man dabei zu sich selbst. Vielleicht nimmt man sich auch weniger ernst. Es gibt einen Text von Carl Jung, ‚The Stages Of Life‘, den ich inspirierend fand: ‚Wir können den Nachmittag des Lebens nicht nach dem Programm des Morgens leben.‘ Ich möchte nicht zu philosophisch werden – das Ganze soll ja Spaß machen! – aber anstatt mich bei den ‚Kids‘ anzubiedern, dachte ich, ich stelle mich dieser Herausforderung: Flucht nach vorne! Das ist also Musik von Musikern mittleren Alters für Menschen mittleren Alters. Aber natürlich sind auch alle anderen herzlich willkommen.“


Das bedeutet jedoch nicht, dass Gropper hier nun Nabelschau betreibt. Auch hat er nicht an Kante verloren. Man sollte ja meinen, er verlässt sich auf MINUS THE MAGIC noch mehr auf seinen einnehmenden, reifen „Crooner-Stil“ und auf die opulenten Arrangements, für die GET WELL SOON bekannt sind. Aber durch seine ganz persönliche Bestandsaufnahme erlebt Gropper tatsächlich so etwas wie eine Wiedergeburt. MINUS THE MAGIC ist das erste Album, das er zusammen mit seiner kompletten Band aufgenommen hat. Es stellt schon mit den ersten Tönen ein ungeheures Gefühl jugendlicher Dynamik, von Schmutz und Entschlossenheit her. Inmitten eines Gitarrengewirrs versetzt „The 4-3 Days“ ihn und sein Publikum in einen vertrauten, mit Postern tapezierten Keller, wo alle „jedes Wort von Kurt“ kennen und „John, Claire, Allison, Andrew und Brian immer sechzehn bleiben werden“. Sie haben sich nur einmal getroffen, aber das hat ihr Leben für immer verändert.

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