Die Wiener Klassik zählt zum Markenkern der Hamburger Camerata – der Blick über den Tellerrand aber ebenso. Für das Wiedersehen mit der guten Freundin Viviane Hagner steht nun Mozarts Violinkonzert A-Dur KV 219 auf dem Programm.
»An Glanz, Innigkeit, Witz nicht zu überbieten«, so urteilte der Mozart-Forscher Alfred Einstein über dessen letztes Violinkonzert. Zu den »Witzen«, die sich das Salzburger Jung-Genie in seinem Konzert erlaubt, zählt der unvermittelte Einschub einer lärmenden »alla turca«-Episode im Finale. Für einen Moment lässt der Komponist die Violinen sogar mit dem Bogenholz auf die Saiten schlagen – doch dann geht’s weiter, als wäre nichts gewesen.
Dass in der Kunst gerade das Einfache besonders schwer zu machen ist, beweist Benjamin Brittens Simple Symphonie von 1934 mit der Opusnummer vier. Seinen Sinn für Humor (und Alliterationen) dokumentiert Britten schon in den Satztiteln dieser »Einfachen Sinfonie«: Da gibt es eine »Boisterous Bourrée« (übermütige Bourrée), eine »sentimentale Sarabande« oder ein »verspieltes Finale«. Und den Fünfzigsten fest im Blick, hat schließlich der neue Camerata-Freund Marc Bouchkov Franz Schuberts Fünfte im Gepäck.
BESETZUNG
Hamburger Camerata Orchester
Viviane Hagner Violine
Marc Bouchkov Leitung
PROGRAMM
Benjamin Britten
Simple Symphony op. 4
Wolfgang Amadeus Mozart
Konzert für Violine und Orchester A-Dur KV 219
Franz Schubert
Sinfonie Nr. 5 B-Dur D 485