Gebürtiger Hesse mit afghanischen Wurzeln in Hamburg: Dem 33-jährige Kry, bürgerlich Khalil Talash, ist das Wechselbad der Kulturen vertraut. Seit 2016 lebt er zwischen Veddel und Elbe und ist zur wichtigen Figur der Hamburger Szene geworden. Als Rapper und Sänger, aber auch als Songwriting- und Rap-Coach für Jugendliche und Menschen aus Brennpunkten. Er dozierte u.a. bei Salut Deluxe und arbeitete mit Institutionen wie dem Hamburger Konservatorium oder dem Goethe-Institut zusammen. Jetzt gibt's aber endlich auch wieder neue eigene Musik von ihm: Die neue EP "Dunya" erscheint im Herbst 2026.
"Dunya" ist eine dreisprachige Songkollektion: Deutsch, Englisch und Pashto, eine nicht verschriftlichte vor-islamische Sprache. "Die Sprache der Leute, die in den Bergen gelebt haben, nahe der Seidenstaße", erklärt Kry. Zirka 60 Millionen Menschen sprechen sie. Kry ist mit ihr aufgewachsen. "Ich wollte eine EP haben, die wirklich meinem Alltag entspricht. Und die widerspiegelt, wie Sprache in meinem Leben so aussieht." Mit seiner Mutter spricht er Pashto, mit seinen Schülerinnen und Kollegen deutsch. "Und manchmal reicht Deutsch in Deutschland nicht mehr aus, dann switchen wir zu Englisch. Die Facetten meiner Kreativität kommen für mich mir nicht ausreichend durch, wenn ich nur bei einer Sprache bleibe. Aus allen drei Sprachen besteht meine Kultur. So denk ich, so höre ich die Welt und so träum ich."
"Dunya" heißt seine EP. Dunya heißt Welt. Die Welt des Kry besteht aus Wut und Liebe. Er scheut in seinen Texten weder die kritische Auseinandersetzung mit Kapitalismus und Männlichkeit noch die Verarbeitung von Traumata oder die unbequeme Konfrontation mit dem hierzulande weit verbreiteten Orientalismus und seinen Auswirkungen, also der Rassismusform, die sich konkret gegen die islamische Religion und die asiatische Kultur richtet. In "Zma Afghanistan" thematisiert er seine eigene Haltung zu seinem Herkunftsland.
Einlass 19 Uhr | Beginn 20 Uhr | VVK 13,60€ | AK 15€
https://www.instagram.com/dernamekry/
Gefördert von: Initiative Musik und des Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien