Seit einigen Jahren hat sich die litauische Dirigentin Mirga Gražinytė-Tyla einen festen Platz in der vordersten Reihe herausragender Dirigent:innen erarbeitet. Nun kommt sie mit dem Orchestre Philharmonique de Radio France, dessen erste Gastdirigentin sie ab der Saison 2026/27 ist. Für Brahms’ großartiges Zweites Klavierkonzert musiziert Shootingstar Mao Fujita an ihrer Seite.
Würde man sich die beiden Konzerthälften als Gemälde nebeneinander vorstellen, so stünde auf der einen Seite Brahms mit einem streng durchdachten Bild, genau konzipierter Perspektive und präzisen, farbintensiven Motiven im Vorder- und Hintergrund. Auf der anderen Seite Debussy und Ravel – reiche impressionistische Farbflächen und -tupfer gingen ineinander über, die Bildsprache wäre assoziativ und verträumt.
Debussys »Prélude à l’après-midi d’un faune« und Ravels Ballett »Daphnis et Chloé« sind seit der Uraufführung von letzterem eng miteinander verbunden. Erstmals stand hier Ravels Stück mit Tanz auf dem Programm und die in Szene gesetzten erotischen Träume des Fauns versetzten das Publikum so sehr in Aufruhr, dass es kaum noch Ohren für Ravels Musik hatte. Als Konzertsuite ohne Tanz erlangte die opulente Musik zu der antiken Liebesgeschichte aber ebenfalls schnell Berühmtheit.
BESETZUNG
Orchestre Philharmonique de Radio France Orchester
Mao Fujita Klavier
Mirga Gražinytė-Tyla Dirigentin
PROGRAMM
Johannes Brahms
Konzert für Klavier und Orchester Nr. 2 B-Dur op. 83
- Pause -
Claude Debussy
Prélude à l’après-midi d’un faune
Maurice Ravel
Daphnis et Chloé