Einen Flügel und die Stille des Augenblicks – mehr braucht der argentinische Pianist und Komponist Pablo Murgier Pazdera nicht, um einen Konzertsaal mit einfühlsamen Melodien und kraftvollen Rhythmen zu füllen. Seine Musik erzählt von jener verborgenen Schönheit, die sich erst auf den zweiten Blick offenbart, von Liebe und Wut, von Zerstörung und Versöhnung.
Für ihn ist das Klavier seit seiner Kindheit ein Medium, um Genregrenzen zu hinterfragen und musikalische Welten miteinander zu verbinden. Seine klassische Ausbildung verleiht Murgier eine enorme Virtuosität und formale Klarheit. Inspiriert von Jazz-Größen wie Keith Jarrett oder Brad Mehldau bricht er jedoch zugleich traditionelle Strukturen auf und schafft Raum für Improvisation, während er tief in den Rhythmen seiner Heimat Argentinien verwurzelt bleibt. Als Schüler der großen Hilda Herrera lernte er, die pulsierenden Akzente des Tangos und ländlicher Tänze wie der Chacarera mit perkussiver Kraft auf das Klavier zu übertragen.
Seine Musik ist immer auch mit gesellschaftlichen Themen verknüpft. Mit Werken wie der »Symphonie Solastalgie«, die sich dem Klimawandel widmet, dem Orchesterprojekt »Sarah et le Renard« für Schulkinder oder seiner Arbeit bei Radio Mobile Paris thematisiert er soziale Bindungen und Umweltfragen. Sein aktuelles Solo-Album »Sirocco« lädt dazu ein, im Trubel unserer Zeit innezuhalten und den leisen Veränderungen zuzuhören.
BESETZUNG
Pablo Murgier Pazdera Klavier