Die Vertonung von »Faust«, Goethes umfangreichstem Drama, war eine scheinbar unlösbare Aufgabe, von der sich so mancher Komponist eben deshalb besonders stark angezogen fühlte. Und mit seinen oft ins Goethes »Faust« ist so etwas wie das deutsche Nationaldrama. An die Vertonung der epischen Geschichte um Liebe, Teufelspakt und Erleuchtung wagte sich lange kein Komponist heran. Robert Schumann jedoch, selbst als Schriftsteller aktiv und mit oft ins Manische ausgreifenden Stimmungsschwankungen geschlagen, war wohl besonders geeignet, den tragischen Seelenzuständen von Goethes zweifelhaftem Helden nachzuspüren. Thomas Hengelbrock und seine Balthasar-Neumann-Ensembles bringen die »Faust-Szenen« nun in die Elbphilharmonie. Die prominente Solistenriege wird angeführt vom charismatischen Konstantin Krimmel als Faust.
Der enormen Länge von Goethes Dramas begegnete Schumann, indem er eine eigene Auswahl von Schlüsselszenen traf. So schuf er ein spannendes Kondensat, das in knapp zwei Stunden die zentrale Stationen abschreitet. Irgendwo zwischen weltlichem Oratorium und Riesensinfonie mit Chor und Soli behauptet dieses ungewöhnliche Werk seine Sonderstellung als schillerndes Zwitterwesen und überzeugt bis heute mit einer emotionalen Verlaufskurve, deren Höhen und Tiefen das gesamte Spektrum menschlichen Fühlens umfassen.
BESETZUNG
Balthasar-Neumann-Chor und -Orchester Ensemble
Konstantin Krimmel Bariton
Katharina Ruckgaber Sopran
Julian Prégardien Tenor
Florian Boesch Bass
Domen Križaj Bariton
Marie Lys Sopran
Thomas Hengelbrock Dirigent
PROGRAMM
Robert Schumann
Szenen aus Goethes »Faust« für Soli, Chor und Orchester WoO 3