Was geschieht, wenn vertraute Ordnungen ins Wanken geraten?
Shan Fan und Meng Huang nehmen Wind und Wasser zum Ausgangspunkt ihrer Arbeiten. Die Naturkräfte führen dabei unmittelbar in unsere Gegenwart: zu Veränderung und Entwurzelung, zu Vergänglichkeit und der Erfahrung, dass Vertrautes seine Sicherheit verlieren kann.
Im Zentrum der Ausstellung steht Shan Fans monumentale Installation aus 9.999 getrockneten, mit schwarzer Tusche eingefärbten Bambusblättern. Sie formen einen rund acht Meter hohen Wirbelsturm. Ausgangspunkt ist eine Erinnerung an seine Kindheit in Anji: Nach heftigen Stürmen beobachtete Shan Fan dort, wie trockene Bambusblätter aufgewirbelt wurden, sich für kurze Zeit zu tornadoartigen Gebilden formten und wieder verschwanden.
Meng Huang nähert sich dem Thema über das Wasser. Seine großformatigen, schwarz-weißen Ölgemälde zeigen bewegte Wasseroberflächen, deren Wellen plötzlich an Gebirgszüge erinnern. Damit greift er die chinesische Tradition des „Shan Shui“, wörtlich „Berg und Wasser“, auf. Wasser kann wie eine Berglandschaft erscheinen, Bewegung für einen Moment wie etwas Festes. Der Wind selbst bleibt unsichtbar, seine Wirkung ist unübersehbar.
Kuratiert wird die Ausstellung von Shan Fan, Künstler und wissenschaftlicher Leiter für Asiatische Kunst in der Parabel. Zentrum für Kunst in Hamburg.
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