T-Boy ist ein junger Transmann, um die 18 Jahre, der in Berlin lebt. Er begibt sich auf eine Suche: Er will sein Trans-Sein und seine Homosexualität erkunden, was sich jedoch oft als sehr schmerzhaft herausstellt. T-boy nutzt die Dating App "Grindr", um junge Männer kennenzulernen und erste sexuelle Erfahrungen zu sammeln. Konfrontiert mit einer Realität, die seinen Körper oft als nicht männlich wahrnimmt, begibt sich T-Boy auf eine turbulente Heldenreise mit Monolog, Gesang und Tanz. In einer Zeit, in der trans Körper und Lebensrealitäten verstärkt Gegenstand politischer Debatten und gesellschaftlicher Aushandlungen sind, eröffnet "T-Boy on Grindr" Räume, in denen trans sein weder Enthüllung noch Problem ist, sondern selbstverständlicher Teil von Begehren, Intimität und Gemeinschaft – und fragt danach, welche Normen diese Prozesse strukturieren. Wie können queere Menschen Spielräume eröffnen, um heteronormative Vorstellungen von Begehren und Körperwahrnehmung neu zu schreiben?
In seinem ersten Solo verbindet João d'Orey autofiktionales Erzählen mit Musik und Tanz in Zusammenarbeit mit der Schauspielerin Malaya Stern Takeda, die mit "T-Boy on Grindr" ihr Regiedebüt gibt. Die Show, die bereits in Bangkok, New York, Prag und Athen zu sehen war, bewegt sich zwischen digitaler Intimität und der Frage, wie queere und trans Körper in einem gesellschaftspolitischen und medizinischen Kontext wahrgenommen, wie sie begehrt und ausgegrenzt werden.