Ultimate Safari Theater

  • Ultimate Safari
    © 2023, Alexander Barta

Dauer: ca. 90 Minuten

„Dann saß man plötzlich als Tourist auf dem Dach eines Range Rovers und sah eine Elefantenherde zum Anfassen nahe und derart real vorbeiziehen, dass man sich fragte, ob das nicht der neue Safari–Tourismus sein könnte. (…) Flinn Works zeigte, dass neue Technologien eine Bereicherung für dokumentarisches Theater sein können.“ Jürgen Berger (Schwäbische) anlässlich der Vorstellungen von Ultimate Safari bei „Theater der Welt“

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„Serengeti darf nicht sterben!“ – Grzimeks Film und seine Botschaft prägen das westdeutsche Afrika-Bild bis heute. In Ultimate Safari werfen Flinn Works (Berlin) und Asedeva (Dar es Salaam) einen 360-Blick auf Tierschutz und Tourismus in Tansania.

Nationalparks und der Schutz von Wildtieren gelten weithin als uneingeschränkt gute Errungenschaften. Doch ihr Ursprung liegt in gewaltsamer kolonialer Aneignung. Durch Grzimek wurde der Safari-Tourismus in Tansania zum Wirtschaftsfaktor und er wird heute massiv von der dortigen Regierung vorangetrieben. Doch der sogenannte Festungsnaturschutz sperrt die lokale Bevölkerung aus und entzieht ihr die Lebensgrundlage. Bewaffnete Ranger:innen sichern die sich ausweitenden Grenzen der Schutzgebiete, finanziert mit Geld auch aus Deutschland. Lokale Formen des Naturschutzes werden unterbunden und Communities wie die Maasai vertrieben, um Lodges für Foto-Tourist:innen und Trophäenjäger:innen zu bauen.

Das Ensemble aus tansanischen und deutschen Performer:innen und wechselnden Expert:innen führt das Publikum als Safari-Guides durch eine multiperspektivische Erlebnisreise. Changierend zwischen Performance, Lecture und immersiven 360-Filmszenen mit Virtual-Reality-Brillen entwickelt sich Ultimate Safari zur letzten unbeschwerten Reise in die abgründige Welt des Wildtierschutzes.

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Pressestimmen

Die Inszenierung ist eine kluge Komposition aus den Videos, tänzerisch und musikalisch begleiteten Szenen und einer auf Deutsch und Englisch gehaltenen Lecture über die Schattenseiten des Tierschutzes. Man lernt eine Menge, doch anders als oft im Recherche- und Dokumentartheater hat man hier nicht den Eindruck, man könnte genauso gut ein Dossier oder ein Sachbuch zum Thema lesen. Die Clips und das direkte Spiel des Ensembles vermitteln tiefere Eindrücke, geben Anlässe, sich selbst als Akteur wahrzunehmen. (…) Die Arbeit formuliert also eine aktivistische Botschaft, die durchaus sitzt. Zugleich und eher im Hintergrund skizziert der Abend jedoch auch eine technologische Vision. Die Videos erlauben dem Publikum tatsächlich eine Art Safari. Man meint, den Tieren deutlich näher zu sein als beim Schauen von Naturfilmen. Und dabei ist hier nicht einmal 3D-Technik im Einsatz. Der technische Fortschritt könnte in der nahen Zukunft das bestehende Geschäftsmodell vom Markt drängen, wenn virtuelle Tiere so authentisch wirken wie solche aus Fleisch und Blut. Bald könnte also wirklich die allerletzte Safari stattfinden
2. Juli 2023, Michael Wolf, ND

Im Verlauf des Abends wechseln sich Performance-Szenen im Bühnen- und dokumentarische Reise-Szenen im virtuellen Raum ab. Beide Ebenen zielen dabei gekonnt auf die Dekonstruktion ebenjenes kolonialen Safari-Formats, dessen sich die Inszenierung im ultimativen Aneignungsmodus selbst bedient. (…) die beachtliche Leistung der Inszenierung, den Wissenskomplex, dass selbst vermeintlich unbedenklicher und unterstützenswerter Natur- und Wildschutz für koloniale, kapitalistische Zwecke missbraucht wird, in seiner Historizität und Perfidität nachhaltig erfahrbar gemacht zu haben.
30. Juni 2023, Theresa Schütz, Nachtkritik

Dann saß man plötzlich als Tourist auf dem Dach eines Range Rovers und sah eine Elefantenherde zum Anfassen nahe und derart real vorbeiziehen, dass man sich fragte, ob das nicht der neue Safari–Tourismus sein könnte. Die Tiere und Menschen in den Nationalparks hätten ihre Ruhe und der Mitteleuropäer ein wunderbares Seherlebnis im eigenen Wohnzimmer. Flinn Works zeigte, dass neue Technologien eine Bereicherung für dokumentarisches Theater sein können.
17. Juli 2023, Jürgen Berger, Schwäbische

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Von und mit: Isack Abeneko (Performance und Choreographie), Susana Alonso (Licht-Design), Lea Dietrich (Ausstattung), Alexandra Hernández Ceaicovscaia (Künstlerische Mitarbeit), Konradin Kunze (Performance / Künstlerische Leitung), Happiness Majige (Performance), Laibor Moko / Leiyo Singo (Experten), Andi Otto (Sound Design), Jürgen Salzmann (Video / VR Design), Sophia Stepf (Regie) // Marit Buchmeier, Lisanne Grotz / xplusdrei Produktionsbüro (Management Flinn Works), Grischa Schwiegk / Drittmittelproduktionen (Produktionsleitung), Gabriel Orio (Organisation Tansania)

Flinn Works ist 2023 Preisträger des Preises des Internationalen Theater-Instituts (ITI) Deutschland

www.flinnworks.de

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Eine Flinn Works Produktion in Zusammenarbeit mit Asedeva.

Gefördert von der Senatsverwaltung für Kultur und Europa des Landes Berlin, Fonds Darstellende Künste aus Mitteln der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien im Rahmen von NEUSTART KULTUR, Between Bridges. In Kooperation mit TD Berlin.

LICHTHOF Gastspiel gefördert durch die Ilse und Dr. Horst Rusch-Stiftung und die Mara und Holger Cassens-Stiftung

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Dank an: Joseph Oleshangay, Mordecai Ogada, PINGO’s Forum Tansania, Laibor Mokos Familie für ihre Gastfreundschaft, Bürger:innen von Endulen, Krankenhaus Endulen, Father Pat Patten, TANAPA, Ally Nassib Walagha, Octavian Paul Manga, Razalo Yohana Saito, Miraji Hamza Mahanyu, Samuel Saline Lekidina, Issacka Yohana Saito, Yare Parkepu, Bernhard Gissibl, Simone Schlindwein, Fiore Longo und Linda Poppe von Survival International, Zoo Frankfurt, Frankfurter Zoologische Gesellschaft, Museum für Naturkunde Berlin, Frauke Dornberg, Tilman Neuffer und die Kostümabteilung des Theater

Dies ist ein Eintrag aus der Veranstaltungsdatenbank für die Metropolregion Hamburg.
Für die Richtigkeit der Daten wird keine Haftung übernommen.
Lichthof Theater
© Dima Osroglad

LICHTHOF Theater

Das LICHTHOF Theater versteht sich als Produktionshaus, Experimentierraum und Spielstätte für die Freien Performativen Künste. Künstler:innen aller Disziplinen…

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