Geschichte zeigt sich nicht nur in Archiven und Gedenkorten – sie lebt auch in Biografien, Familiengeschichten und den Spuren, die Menschen hinterlassen haben. Verflechtungen entstehen dort, wo persönliche Erfahrungen mit lokalen und globalen Entwicklungen verbunden sind.
Welche Geschichten gibt es im Stadtteil? Welche Erinnerungen werden weitergegeben? Und welche Verflechtungsgeschichte(n) lassen sich in den eigenen Familien entdecken?
Dabei geht es um unterschiedliche Perspektiven und Erfahrungen – um Geschichten von Menschen, die von kolonialen und rassistischen Kontinuitäten betroffen sind, ebenso wie um Familiengeschichten, die mit kolonialen Machtverhältnissen und Täterbiografien verbunden sind. Gemeinsam wollen wir fragen, wie diese unterschiedlichen Zugänge zu Geschichte sichtbar gemacht und miteinander ins Gespräch gebracht werden können.
WERDE TEIL DES LIVE ARCHIV: Deine Geschichte zählt
Gibt es in Deiner Familie Geschichten, Fotos, Dokumente oder Gegenstände, die etwas über Deine Vorfahren und ihre Verbindungen zur Kolonialzeit und/oder zur NS-Zeit erzählen?
—> Mach Dich auf die Suche und bring Deine Fundstücke mit zum Symposium.
Für einen Tag wollen wir ein gemeinsames Live-Archiv erstellen und sichtbar machen, wie persönliche Geschichten mit historischen Zusammenhängen verflochten sind. Du hast noch nichts dazu herausgefunden? – Umso besser. Unsere Veranstaltung soll Anlass bieten, mit der Suche und Recherche anzufangen. Wir möchten zurückblicken, Erkenntnisse und Geschichten teilen und uns gemeinsam der Frage widmen: Wie wollen wir erinnern?
Dabei freuen wir uns nicht nur über Menschen, die eigene Erfahrungen und Perspektiven mitbringen, sondern über alle, die einfach neugierig sind und zuhören möchten. Ganz wichtig: Du entscheidest selbst, was und wieviel du teilst.
PROGRAMM
11:00–12:30 RUNDGANG I | Selbstzeugnisse: Schwarze Menschen im NS
Mit Tanja Bah (Treffpunkt: Wilsonstraße 64-68)
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Die Lettow-Vorbeck Kaserne in Hamburg Jenfeld wurde ab 1934 für die Wehrmacht angelegt. Das NS Regime versuchte hier die Gewaltgeschichte der Deutsche Kolonialzeit zu verharmlosen und für sich zu vereinnahmen, während sie gleichzeitig ehemalige Kolonialbürger*innen und andere Schwarze Deutsche systematisch degradierten und versuchten Ihnen ihre Stimme zu nehmen.Im Sinne einer performativen Gegengeschichte, nutzt Tanja Bah auf ihrem Rundgang das Gelände der nationalsozialistischen Kaserne als Kulisse, um die Perspektive des Ortes zu verändern. Im Zentrum stehen dabei Auszüge aus Biografien Schwarzer Deutscher und Kolonialbürger*innen, die in ihren eigenen Stimmen über die Zeit zwischen 1933 und 1945 erzählen. Ihre Stimmen berichten mal nüchtern, mal wütend, mal emotional, aber auf jeden Fall vielschichtig über ihren Alltag, ihre Kämpfe und ihr Überleben.
11:30-13:00 RUNDGANG II (Treffpunkt: Wilsonstraße 64-68)
Mit Friederike Odenwald (Weitere Infos folgen bald)
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13:00–15:00 MITTAGESSEN & ZEIT ZUM ENTDECKEN (Jenfeld Haus)
Ausstellung von Kajan Luc · Schreibwerkstatt mit Limo · Live-Archiv · Siebdruck · Büchertisch und mehr
15:15–16:45 LIVE-PODCAST
Wie können wir erinnern? Oder Wie können wir gemeinschaftlich erinnern?
Ein Live-Podcast darüber, wie wir uns an Biografien und gesellschaftliche Ereignisse erinnern können.
Wann werden persönliche Erfahrungen zu gemeinschaftlichen? Und wie sorgen wir dafür, dass Biografien in unserer Gesellschaft nicht vergessen werden?
Mit Limo
Live auch auf Youtube abrufbar
17:00–18:30 GEMEINSAMES ESSEN & AUSKLANG
Der Eintritt ist wie immer kostenfrei.