Düzen Tekkal & Kristina Lunz
Für eine Gesellschaft, in der alle sicher sind
Ein Aufruf für radikales Umdenken in Politik und Gesellschaft.
Der Fall Collien Fernandes hat Deutschland erschüttert – und zugleich schonungslos offengelegt, wie alltäglich männliche Gewalt gegen Frauen ist: digital und analog, körperlich, psychisch, öffentlich, privat. Er hat auch gezeigt, wie unzureichend das deutsche Rechtssystem betroffene Frauen schützt und wie groß die Lücke zwischen Empörung und politischem Handeln noch immer ist.
Die Unternehmerinnen, Autorinnen und Aktivistinnen Kristina Lunz und Düzen Tekkal wollen das nicht hinnehmen. Gemeinsam mit der Politikerin Ricarda Lang initiierten sie die bundesweit viel beachtete Kampagne „In Solidarität mit Collien Fernandes“, unterstützt von mehr als 250 Frauen aus Politik, Kultur, Medien, Wirtschaft und Zivilgesellschaft. Die daraus hervorgegangene Petition formuliert zehn konkrete Forderungen gegen männliche und digitale Gewalt – und mobilisierte binnen kürzester Zeit hunderttausende Unterstützerinnen und Unterstützer.
In ihrem Buch „Wer hat euch erlaubt, Frauen so zu hassen?“ zeigen Lunz und Tekkal, dass Gewalt gegen Frauen kein Randproblem, kein Einzelfall und keine private Tragödie ist, sondern ein strukturelles Problem. Sie benennen Defizite im Strafrecht, Versäumnisse in der Strafverfolgung und das Fehlen einer kohärenten staatlichen Gesamtstrategie gegen geschlechtsspezifische Gewalt. Zugleich fragen sie, was sich politisch, juristisch und gesellschaftlich ändern müsste, damit Schutz nicht länger vom Zufall abhängt.
Es ist ein Abend über Wut und Verantwortung, über Recht und Gerechtigkeit, über Solidarität und die konkrete Forderung an die Gesellschaft, die sich nicht damit abfinden darf, dass Frauen Gewalt erfahren – und danach oft auch noch um Glaubwürdigkeit, Schutz und Konsequenzen kämpfen müssen.
„Eine Gesellschaft, in der es de facto keine Gerechtigkeit für Frauen gibt, denen männliche Gewalt angetan wird, ist keine Gesellschaft, die wir akzeptieren können.“
Kristina Lunz ist Unternehmerin, Autorin und Menschenrechtsaktivistin. Sie gründete das Centre for Feminist Foreign Policy und arbeitete unter anderem für die Vereinten Nationen sowie als Beraterin im Auswärtigen Amt. Zu ihren Büchern zählen „Die Zukunft der Außenpolitik ist feministisch“ und „Empathie und Widerstand“.
Düzen Tekkal, Tochter einer jesidisch-kurdischen Flüchtlingsfamilie, ist Politologin, Sozialunternehmerin, Publizistin und Menschenrechtsaktivistin. 2015 gründete sie mit ihren Schwestern HÁWAR.help, 2019 folgte die Bildungsinitiative GermanDream. Sie engagiert sich gegen Extremismus, für Frauenrechte, Demokratie und eine offene Gesellschaft.