Kuratorinnenführung im St. Annen-Museum
Die Sammlung ist das Herzstück der Museumsarbeit. Doch welche Geschichten sie erzählt, ist keineswegs selbstverständlich. Kuratorische Entscheidungen, historische Kontexte, finanzielle Möglichkeiten und Zufälle prägen, was gesammelt, bewahrt und gezeigt wird. Am Beispiel der niederländischen Gemäldesammlung des St. Annen-Museums werfen wir einen Blick auf die Geschichte des Sammelns und fragen danach, welche Auswahlkriterien die Sammlung einst geprägt haben und welche Bedeutung sie heute für unsere Arbeit haben.
In der Dauerausstellung finden sich aber noch weitere Zeugnisse der Sammlungsgeschichte. Die Wunderkammerobjekte erzählen von der Entstehung musealen Sammelns überhaupt. Auch die Räume des Museums selbst erzählen Museumsgeschichte. Im Obergeschoss des St. Annen-Museums begegnen uns Öfen, Tapeten, Wandvertäfelungen und andere fest eingebaute Elemente, die zunächst kaum als Ausstellungsstücke auffallen. Sie sind Zeugnisse einer frühen Verbindung zwischen Denkmalpflege und Museum. Ausstattungsobjekte wurden im Museum nicht nur bewahrt, sondern sie dienten und dienen bis heute dazu, Abbilder Lübecker Bürger- und Kaufmannshäuser zu inszenieren.
Der Rundgang verbindet beide Perspektiven: die Geschichte des Sammelns und die Geschichte des Ausstellens. Dabei erkunden wir die Räume des Obergeschosses und fragen: Wer entscheidet, was Geschichte erzählt - und wie wollen wir heute mit den Bildern und Spuren vergangener Museumsgeschichte umgehen?
Die Veranstaltung ist Teil des Begleitprogramms zur Neueinrichtung der Galerie niederländischer Malerei im St. Annen-Museum. Weitere Termine des Begleitprogramms finden Sie hier.
Preis:Regulär: 14,00 € (Eintritt)Kinder und ermäßigungsberechtigte Personen: 0,00 €
Die Führung selbst ist kostenfrei. Das Ticket umfasst den Eintritt in das Museum. Falls Sie bereits einen Day Pass oder eine Jahreskarte der LÜBECKER MUSEEN besitzen, fällt keine Gebühr an.