Andrea Wulf
Lesung
Naturforscher, Entdecker, Revolutionär: Andrea Wulf erzählt in ihrem neuen Buch das Leben Georg Forsters, der mit siebzehn Jahren an James Cooks zweiter Weltumsegelung (1772-1775) teilnahm – exakt in jener Zeit also, in der die Welt sich so radikal zu ändern begann, wie seit Jahrhunderten nicht. Als er zurückkehrte, blieb bald kein Stein mehr auf dem anderen: Nordamerika rebellierte und erklärte die Unabhängigkeit von Großbritannien und die französische Revolution war ante portas! Die Reise führte zwischen die eisige Antarktis und die Inselwelten des Südpazifiks. Forster erforschte Pflanzen, Tiere, Menschen und Kulturen und kehrte mit einem Glauben an Gleichheit und radikalen Ideen zu Menschlichkeit und Freiheit zurück, die seiner Zeit weit voraus waren.
Nach seiner Rückkehr wurde Forster in England, Frankreich, Deutschland und Polen gefeiert. Er nutzte seinen Ruhm, um für Freiheit und Gleichberechtigung einzutreten und gegen Imperialismus, Rassismus und Sklaverei zu argumentieren. Später geriet er in den Strudel der Französischen Revolution und wurde zu einem Anführer der kurzlebigen Mainzer Republik.
„Der Reisende“ stützt sich auf Forsters umfangreiche Korrespondenz und zeichnet das Porträt eines brillanten, unerschrockenen jungen Mannes, dessen Leben von den entlegenen Regionen der bekannten Welt bis in die politischen Umbrüche Europas führte.
Andrea Wulf, in Indien geboren und in Deutschland aufgewachsen, lebt in London. Sie ist Autorin international erfolgreicher Sachbücher, darunter „Alexander von Humboldt und die Erfindung der Natur“ und „Fabelhafte Rebellen“. Sie schreibt unter anderem für die New York Times, The Atlantic und die Financial Times und ist Fellow der Royal Society of Literature.